Informator 4/07
II. DEUTSCHER TEIL
EHRUNG
AUS DER LAUDATIO FÜR JAN BENDA
Während der diesjährigen 15. Equipewanderung von Klenčí nach Furth im Wald wurde Herrn Jan Benda die Ehrennadel ?Goldenes Herz für Europa? verliehen. In der von Karl Reitmeier verfassten und von Jürgen Kögler vorgetragenen Laudatio hieß es u.a.:
Jan Benda wurde am 23. August 1946 in Domažlice geboren. Von 1967 bis 1972 studierte er an der Mendel-Landwirtschafts-Universität (Forstfakultät) in Brno (Brünn) und wurde dort zum Forstingenieur ausgebildet. Im Jahre 1973 hat Jan Benda im Forstbetrieb Trhanov als Forstmeister seine berufliche Tätigkeit begonnen. Durch sein fundiertes Fachwissen und sein Engagement brachte er es schließlich vom Forstmeister bis zum Forstdirektor im Forstbetrieb Trhanov. In den Jahren 1992 und 1993 arbeitete er in Horšovský Týn und 1994 erfolgte seine Berufung zum Direktor der Städtischen Wälder Domažlice. Außer seiner beruflichen Tätigkeit als Forstdirektor arbeitet Jan Benda auch aktiv in der Genossenschaft der Kommunalen Waldeigentümer mit und nimmt an Fach-seminaren teil. Er ist Mitglied der Kommission für Forstökonomie und -Politik in der Tschechischen Forstgesellschaft in Prag. Zudem nahm er wiederholt an Exkursionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz teil.
Jan Benda war in jungen Jahren auch aktiver Sportler. Sein großes Hobby war der Orientierungslauf, wo er es zu Meisterehren in den Bezirken Domažlice, Klatovy und Pisek brachte. Aber auch am Skilanglauf und am Alpin-Skifahren erfreute er sich. Während seines Hochschulstudiums hat er sogar einen Kurs als Skilehrer absolviert. Auf der Landwirtschafts-Universität hat er danach einige Skikurse geleitet. Die Liebe zum Ski-fahren ist bis heute geblieben.
Beim Aufbau des grenzüberschreitenden Skilaufgebietes Gibacht / Čerchov hat sich Jan Benda in besonderer Weise engagiert. Nicht nur das, an den Wochenenden hat er sogar die Waldhütte unter dem Brunnhäusl in der Nahe des Čerchov (liebevoll auch ?Bendahütte? genannt) geöffnet, damit die Skilangläufer bei ihren Touren eine Rast einlegen können. Für seine Verdienste um das grenzüberschreitende Skilanglaufgebiet wurde Jan Benda am 30. Januar 2005 mit der Verdienstplakette des Bayerischen Landessportverbandes in Silber ausgezeichnet. Eine besondere Ehre wurde ihm am 30. März 2007 zuteil, als ihm in Weiden der RESCU-Preis des Rettungszentrums Regensburg verliehen wurde. Damit wurde seine spontane Hilfe bei der Bergung eines verunglückten Skilangläufers in der Nähe des Čerchov gewürdigt.
Eine enge Verbindung hat Jan Benda auch zum Club der Tschechischen Touristen (KČT). Der KČT Domažlice hat ihn bereits zum Ehrenmitglied ernannt. Daneben stehen eine Reihe weiterer Auszeichnungen. Veranstaltungen wie Öffnung und Schließung des Böhmischen Brunnens, Durchführung der Equipe-Wanderung oder der grenzüber-schreitende Freundschaftslauf sind ohne Jan Benda mittIerweile undenkbar.
Ein Beinbruch 2006 bereitete ihm lange enorme gesundheitliche Probleme. Doch Jan Benda ließ sich nie unterkriegen, steckt noch immer voller Tatendrang und setzt sich stets für die deutsch-tschechische Verständigung ein.
Anmerkung der Redaktion: Das ?Goldene Herz für Europa? wurde am 22.9.2007 auch an Pater Lekavy übergeben. Laudatio und Bericht folgen in Heft 1/08.
INFORMATIONEN
Bohumil Řeřicha*
350 TEILNEHMER BEI DER 15. EQUIPE - WANDERUNG
KLENČÍ - FURTH IM WALD AM 15. SEPTEMBER 2007
So lautete der Titel des Artikels in der ?Chamer Zeitung? am Montag, dem 17. 9. 2007. Mehr noch: Diesmal gab es die meisten Teilnehmer in der Geschichte dieser Wanderung.
An diesem wunderschönen Nachmittag des dritten Samstags im September erklangen am Grab von Jindřich Šimon Baar erneut die Worte der Bürgermeister aus Klenčí und Furth, der Herren Karel Smutný und Johannes Müller, die die Teilnehmer willkommen hießen. Herr Smutný bedankte sich bei der Familie Kögler und vor allem bei Jürgen Kögler für die Organisation der 15. Jubiläumswanderung. Der Bürgermeister von Furth, Herr Müller, gra-tulierte dem Freundeskreis deutsch-tschechischer Verständigung zum 15. Jubiläum der deutsch-tschechischen Freundschaftsveranstaltung. Wörtlich sagte er, dass dieser Beitrag zur Verständigung zwischen den Nachbarn nicht genügend gewürdigt wurde. Er erinnerte an Oskar Kögler, der sich für die Erneuerung der deutsch-tschechischen Beziehungen vor 15 Jahren verdient gemacht hat. Einen besonderen Dank sprach er Herrn Jan Benda aus, den er ?als bedeutendes Symbol der deutsch-tschechischen Freundschaft? bezeichnete. Zur Begrüßung gehörte auch der Vortrag des Männergesangvereins ?Haltravan? aus Klenčí. Zum Schluss sang ein Frauenchor aus Postřekov zur kurzen Messe am Grab von Jindřich Šimon Baar. Die Messe wurde von Pfarrer Janusz Romanski aus Klenčí und dem Gemeindepraktikanten Oliver Pollinger gelesen. Der Vorsitzende des Forstvereins Furth, Walter Spieß, und der Vorsitzende des Tschechischen Touristenvereins aus Domažlice, Herr Matejka, legten Blumen am Grab von J. Š. Baar nieder.
Die erste Pause legten wir bei schönem, sonnigen Wetter wie immer in Pec pod Čerchovem ein. Am Rastplatz, den Jan Benda zu Ehren von Oskar Kögler einrichtete und nach ihm benannte, erwartete die Teilnehmer wie jedes Jahr die bekannte Folkloregruppe Chodovanka, damit mit der Erfrischung die Wanderer Kraft und Freude zum Erreichen des Ziels in der Kapelle am Friedhof von Furth im Wald schöpfen konnten. Hier wurde auch die den Teilnehmern bestens bekannte Dolmetscherin Jaroslava Seidlmayer in bewährter Form wirksam. Es war faszinierend zu hören, wie sich die tschechische und deutsche Sprache während der Wanderung in einer so wunderschönen Landschaft vermischten. Nach einem kurzen Aufenthalt am Familiengrab der Köglers in Furth wurde zum Schluss eine Messe in der Friedhofskapelle unter Begleitung der Frauen aus dem chodischen Postřekov gelesen; sie wurde unter Anwesenheit von Pfarrer Werner, der sich mit großen Anstrengungen um die deutsch-tschechischen Beziehungen nach 1989 bemüht hat, zelebriert von den Pfarrern aus Klenčí und Furth.
Der schöne Tag endete im Further Kolpinghaus, wo im voll besetzten Saal die Gruppe ?Stavovanka? aufspielte. Der Höhepunkt der 15. Equipe-Wanderung war aber die Verleihung des ?Goldenen Herzens für Europa? an den Direktor der Städtischen Wälder Domažlice, Jan Benda. Die Ehrennadel und die Urkunde wurden ihm von Bohumil Řeřicha, dem tschechischen Vorsitzenden des Freundeskreises, überreicht. Für die deutsche Seite sprach Jürgen Kögler, der die Verdienste Bendas für die deutsch-tschechische Verständigung mit den Worten ?Wir wissen, was wir an Jan Benda haben? würdigte. Jan Benda erwiderte, dass diese Auszeichnung für ihn eine Ehre ist, aber dass sie auch seinen Vorgesetzten, den Mitarbeitern der Städtischen Wälder in Domažlice und der Stadtverwaltung Domažlice und auch allen anderen, die bei der Vorbereitung der Wanderung mithelfen, gebührte. Lobend erwähnte er auch die Verbände, welche die Kontakte zu Bayern pflegen, wie den Tschechischen Touristenvereins in Domažlice. Seine Rede beendete er mit großem Dank an die Familie Kögler, mit der ihn eine langjährige Freundschaft verbindet.
Dank gehört auch den Mitgliedern unseres Kreises, die sich in großer Zahl an dem erfolgreichen Verlauf der 15. Equipe-Wanderung beteiligten: die Ehepaare Ryšánek, Hausner, Hebling, die Herren Küchler, Tischer, Prager, Hruška, Dr. Beer und vor allem Jürgen Kögler. Nach den Worten des Redakteurs der ?Chamer Zeitung?, Karl Reitmeier, war diese Wanderung ein Beweis dafür, dass die deutsch-tschechische Verständigung auf einer solchen Basis am besten funktioniert, und daran sollte sich die ?große Politik? ein Beispiel nehmen.
* übersetzt und unter Hinzuziehung eines Beitrages aus der ?Chamer Zeitung? bearbeitet
von Helmut Böttcher.
Leopold Graf Deym
?GUTEN TAG, HIER SPRICHT EUROPA!?
So lautet die Überschrift einer 17-teiligen Ausstellung mit deutschem und tschechischem Text, die das Deutsche Auswärtige Amt vor Monaten in Prag eröffnet hat.
Das Jugendschloss Dražič und die Gesellschaft für gutes Zusammenleben von tschechisch und deutschsprachigen Ländern und Bürgern, hinter denen Leopold Graf Deym als treibende Kraft steht, haben die Ausstellung nach Südböhmen geholt. Um die Ausstellung herum wurde ein Europatag für Jugendliche organisiert. Als Termin war die erste Ferienwoche nach den national und religiös besetzten Feiertagen zum Gedenken an Magister Jan Hus und die Europa-Apostel Cyril und Method gewählt.
Ziel der Veranstaltung war, einen Beitrag zu leisten, jungen Leuten Europa näher zu bringen durch konkrete Begegnungen. Gerade jungen Leuten fehlen Informationen und ?Erfahrungswerte.? Der Stellenwert der Idee von Europa und die Notwendigkeit, die Globalisierung durch eine Gemeinschaft naher und verwandter Völker und Nationen zu unterfangen, erscheint allgemein ? und vielleicht in Tschechien besonders ? in Erziehung und Bildung noch recht gering. Um Europa jung bleiben und nicht schnell ?alt? aussehen zu lassen, sind verstärkt Anstrengungen notwendig, den Nachwuchs an die erweiterte Gemeinschaft heranzuführen. Die Vorstellung, das ramponierte Image Europas mit verletzten, nationalen Eitelkeiten durch den Genuss materieller Segnungen ?aufwerten? zu können, ist der sichere Weg, die Chancen zu ersticken und Europa zum Kartenhaus zu machen.
Im Jugendschloß in Dražič wurde den vier bisherigen Jugendfestivals vor diesem Hintergrund heuer die verstärkte Auseinandersetzung mit Europa unterlegt. Neben der Ausstellung und Kurzfilmen stand heuer eine Information über den ?Pakt für Jugend? der Europäischen Kommission und die Frage: ?Was braucht Europa von Jugendlichen?? im Mittelpunkt. Ein Vorprogramm in Pisek sollte den Teilnehmern Land und Kultur näher bringen. Musik und Tanzeinlagen lockerten die Veranstaltung auf. Ein Markt der Begegnung mit Präsentationen, mit verschiedenen Gruppen sowie die Abendgestaltung mit Disco und/oder Lagerfeuer galt dem gegenseitigen Kennenlernen. Entsprechend dem christlichen Fundament Europas war das Programm durch ein Friedensgebet und einen Gottesdienst in der Schlosskapelle am Sonntag angereichert.
Schon auf bayerischer Seite erforderte es zwei Wellen gezielter Einladungen und Werbung im Regionalrundfunk, um zur Teilnahme zu ?begeistern?. Schließlich nahm eine gemischte Gruppe von Einrichtungen und Organisationen teil, so ein Delegierter von Tandem, das Jugendwerk der Ackermanngemeinde, die JU Freyung/Grafenau, die Malteser-Hilfsdienst-Jugend aus Passau, das Jugendwohnheim München-Süd des Kath. Jugendsozialwerkes und das Gymnasium in Untergriesbach. Die Teilnahme tschechischer Jugendlicher blieb hinter den Erwartungen zurück. Neben Jugendlichen vor Ort beschränkte sie sich auf Jugendliche des Roten Kreuzes.
Politische Mandatsträger oder einschlägig europaorientierte Organisationen brachten es so gut wie nicht fertig, in die Niederungen europäischer Basisarbeit hinunter zu steigen. Für 15 Minuten fand wenigstens der zuständige Europaabgeordnete aus Tabor Zeit und ein paar Worte in Dražič. Bemerkenswert dagegen stach das Engagement der Deutschen Botschaft in Prag ins Auge. Wie im Großen, so auch hier, schien die Last auf den Schultern der Deutschen liegen zu bleiben. Der Attachee Dr. Sebastian Gerhardt sprach nicht nur ein Grußwort, sondern eröffnete auch die Ausstellung und referierte über das EU-Jugendprogramm.
Teils mit kleinen Förderbeträgen, teils mit Material unterstützten die Regierung von Südböhmen, Tandem, der Zukunftsfonds, die Gemeinde Dražič, das bayerische Europaministerium, die Stadt Pisek und verschiedene Sponsoren die Jugendveranstaltung in Dražič. Trotzdem muss nach Abrechnung von einem Defizit für den Veranstalter ausgegangen werden.
Unterm Strich zeigt sich, wie notwendig es ist, Europa zu erden und in Schulterschluss mit engagierten Gruppierungen oder Einrichtungen zu kommen, um in einer bestimmten Region Leben in Gemeinsamkeit und menschliche Beziehungen zu bringen. Verantwortliche und Überzeugte in Südböhmen und Ostbayern sind herzlich eingeladen mitzuüberlegen, wie dieser Ansatz der Befassung und Begegnung im nächsten Jahr fortgesetzt und verbessert werden kann.
Kontakte: Leopold Graf Deym, Dipl. Soz., jugendsozialarbeit@caritas-bayern.de
Jiří Prokop
HERBSTTREFFEN DES FREUNDESKREISES
Das diesjährige, nun schon traditionelle Herbsttreffen des Freundeskreises, das am 13. und 14. Oktober stattfand, führte uns diesmal nach Westböhmen. Das erste Ziel war Bečov nad Teplou. Im dortigen Schloss wird das wertvolle Reliquiar des Heiligen Maurus aufbewahrt, zusätzlich ist eine Ausstellung über seine schwierige und kostspielige Restaurierung zu besichtigen. Nach der Führung durch das Schloss fuhren wir weiter nach Marienbad. Der Sonntagvormittag war einer Stadtrundfahrt durch die Kurstadt gewidmet, bei der uns klar wurde, was sich seit dem verfallenden Zustand vor 20 Jahren inzwischen getan hat. Das Nachmittagsprogramm führte uns in die schöne Landschaft des Naturschutzgebietes um Kladská.
An beiden Tagen schien eine warme Sonne, welche die bunten Herbstblätter leuchten ließ. Die zufriedenen Teilnehmer können sich auf das Frühjahrstreffen im nächsten Jahr (Ziel: wahrscheinlich Marktredwitz) freuen.
Unser Dank gebührt dem deutsch-tschechischen Zukunftsfonds für die gewährte Unterstützung.
Übersetzung: Běla und Helmut Böttcher
KULTURGESCHICHTE
Helmut Böttcher
GOETHE UND SEINE REISEN INS BÖHMISCHE BÄDERDREIECK (II)
?Überhaupt sind diese Böhmen... ganz vortreffliche Menschen?, schrieb Goethe 1813 in einem Brief an seinen Sekretär Riemer, und an anderer Stelle schrieb er über die ?Egerländer?, dass sie ?ein wackeres abgeschlossenes Völkchen? seien. Trotzdem unterbrach er seine regelmäßigen Kuraufenthalte für fünf Jahre, erst 1818 fuhr er erneut nach Franzensbad und Karlsbad. Inzwischen häuften sich auch seine körperlichen Gebrechen, er litt unter der Gicht und anderen Beschwerden, und das Alter, schließlich wurde er im Folgejahr 70 Jahre alt, machte ihm zu schaffen. 1819 war auch das Jahr der Karlsbader Beschlüsse, die der von Goethe geschätzte Fürst Metternich durchsetzte.
1820 besuchte er erneut Karlsbad und das neu gegründete Marienbad. In diese Zeit fiel seine Bekanntschaft mit dem Grafen Kaspar von Sternberg, einem hervorragenden Naturwissenschaftler, der auch der erste Präsident des 1818 gegründeten Böhmischen Museums in Prag war. Urzidil schreibt über die Beziehung zwischen Goethe und Sternberg: ?Geistig war Sternberg Goethes böhmischer Kontrapunkt und die Gemeinschaft dieser beiden greisen Türmer des Geistes wirkt menschlich großartig und ergreifend.? Deutsche und Tschechen werden sich später darüber streiten, welcher Nationalität Sternberg angehörte, ihm selbst war das nicht wichtig.
1821 wohnte Goethe in Marienbad im Hause des Grafen Klebelsberg, der der Geliebte der Amalie von Brösigke, verwitwete und geschiedene Frau von Levetzow, war. Auch ihre drei Töchter, darunter Ulrike aus ihrer ersten Ehe, lebten im Hause des Grafen. Tägliche gemeinsame Morgenspaziergänge, Gesellschaftsspiele im Salon, Ausflüge in die Umgebung, zum Beispiel ins Prämonstratenserkloster Tepl, bestimmten den Tagesablauf Goethes; immer war auch die 17-jährige Ulrike von Levetzow dabei. ?Ich lebe hier sehr angenehm,? schrieb Goethe, ?die reine Luft und der Umgang mit liebenswürdigen Personen erheitern meine Tage?. In Marienbad lernte Goethe auch den Abbé Dobrovský, den Begründer der modernen Slavistik und Anreger der tschechischen Wiedergeburtsbewegung, kennen und schätzen, er informierte sich über tschechische Geschichte und tschechische Literatur und begann sogar, sich ein deutsch-tschechisches Vokabular einzurichten. Später übersetzte er einen Teil der ?Königinhofer Handschrift?, der 1817 entstandenen genialen Fälschung mittelalterlicher Texte. Sein Interesse für alles Tschechische ging allerdings nicht so weit, dass er etwa die Herrschaft der Habsburger in Frage gestellt hätte. ?Es gehört eine geistreiche, kluge und energische Regierung dazu?, schrieb er bewundernd, ?um so verschiedene Völkerstämme in Frieden zusammen zu halten.?
1823, im Folgejahr, und 38 Jahre nach seinem ersten Besuch in Karlsbad, machte sich Goethe, nun schon ein alter Mann, erneut auf die Reise ins geliebte Böhmen. Wahrscheinlich hatte ihn der Gedanke an Ulrike, ?die lieblichste der lieblichen Gestalten..., an der alles hübscher war als an ihren Schwestern?, dazu veranlasst, die Beschwernisse der Reise auf sich zu nehmen. Er schickte Ulrike täglich Schokolade, Blumen, kleine Gedichte, ging Hand in Hand mit ihr auf der Kolonnade spazieren, tanzte abends Polonäse und Galopp mit den jungen Leuten ? und machte sich damit bei Freund und Feind lächerlich. ?Nein, keine Liebschaft war es nicht?, sagt Ulrike viele Jahre später, aber Goethe habe ?sehr viel zu meiner Belehrung und Bildung? beigetragen. Auch die Familie in Weimar wurde misstrauisch (auch ohne Handy und Telefon verbreiteten sich die Gerüchte schnell), bangte wohl auch um das Erbe des begüterten Dichters. Schließlich konnte der Großherzog Karl August, der nicht nur Goethes Dienst- und Landesherr, sondern auch sein Freund geworden war, Goethes Gefühle der Verliebtheit nicht mehr untätig mit ansehen. Er legte alle sein Orden an, besuchte Ulrikes Mutter und bat ganz offiziell in Goethes Namen um die Hand der Tochter; er sagte ihr eine hohe Jahresrente zu, wenn sie selbst mit ihrer Familie nach Weimar käme. Frau von Brösigke verhielt sich diplomatisch, wollte niemanden vor den Kopf stoßen, und sagte nicht Ja oder Nein, und schließlich vergaßen alle Beteiligten, möglicherweise außer Goethe selbst, den unseligen Antrag.
Am 28. August 1823 feierte die gesamte illustre Gesellschaft im ?Weißen Ross? in Loket, Elbogen, Goethes 74. Geburtstag, ohne allerdings den für Goethe unangenehmen Anlass zu erwähnen, erst am Abend kam zu es dann zu offiziellen Feierlichkeiten. Wenige Tage später, am 5. September, kam der Abschied. ?Ich kann versichern,? schrieb Ulrike von Levetzow, die noch viele Jahrzehnte auf ihrem Schloss in Trebivlice, Trieblitz, lebte, unverheiratet blieb und erst 1889 mit 95 Jahren starb, ?dass Goethe außer beim Abschied mir nie einen Kuss gegeben?. Auf der Rückreise nach Weimar schrieb Goethe als Fazit seines letzten Aufenthalts in Böhmen und seiner vergeblichen Liebe zu Ulrike die ersten Verse seiner ?Marienbader Elegie?. Ulrike und Goethe sahen sich nie wieder.
Goethe plante in den letzten Jahren seines Lebens immer wieder, erneut nach Karlsbad und Marienbad zu reisen, aber altersbedingte gesundheitliche Beschwerden verhinderten die Umsetzung dieser Pläne. Dafür kam Graf Sternberg mehrere Male nach Weimar, und Goethes Interesse für Böhmen blieb ungebrochen. Er las böhmische, deutsche und tschechische Dichter, arbeitete an der von Palacký herausgegebenen Prager Museums-zeitschrift mit und wurde seinerseits mit starkem tschechischen Interesse für seine Werke belohnt. Ende des Jahrhunderts sprach es Masaryk in ?Die tschechische Frage? aus: Die Erwecker des tschechischen Nationalgedankens, Palacký, Jungmann, Dobrovský, Kollár, Šafařík, sind, neben Herder, stark von Goethe beeinflusst worden. ?Trotz allem Enthusiasmus für die Russen und alle Slawen?, so Masaryk, ?trotz allen Widerstreits gegen die Deutschen bleiben die Deutschen dennoch unsere tatsächlichen Lehrer.? Macháček und Čelakovský waren glühende Goethe-Verehrer, übersetzten ihn, wie es auch Jungmann, Kollár und Purkyn? taten, ins Tschechische; Jaroslav Vrchlický übersetzte später den ?Faust? und Goethe-Gedichte, im 20. Jahrhundert übertrug vor allem Alfred Fuchs Goethes Balladen. Erst durch die Nazi-Besetzung der Tschechoslowakei ließ die Goethe-Begeisterung der Tschechen deutlich nach, und heute wird Goethe in Tschechien, wie auch in Deutschland, vom Publikum kaum noch gelesen.
1117 Tage, ziemlich genau drei Jahre seines Lebens, verbrachte Goethe in Böhmen, in Italien waren es lediglich 683 Tage). Trotzdem: Während Literaturwissenschaftler und Germanisten Goethes Zeit in Frankfurt, Straßburg, Leipzig, in Italien und natürlich in Weimar vielfältig und detailliert beschrieben und analysiert haben, ist die Liste der Literatur über diesen Teil von Goethes Leben längst nicht so umfangreich. Die eingehendste und interessanteste Untersuchung bleibt noch heute ?Goethe in Böhmen? des deutsch-böhmisch-jüdischen Schriftstellers Johannes Urzidil (1896-1970), die er 1932 veröffentlichte und 1962 noch einmal erweiterte.
Johannes Urzidil, Goethe in Böhmen. Wien/Leipzig 1932 (erweiterte Fassung 1962)
MEINUNG
Eberhard Kemnitz
KEINE FORDERUNGEN, ABER HOFFNUNGEN UND ERWARTUNGEN?
Wenn sich hochrangige Diplomaten zu politischen Angelegenheiten äußern, tun sie das gewöhnlich im Rahmen der von ihren Regierungen abgesteckten Standpunkte und Ziele. Konkret: Wenn sich der deutsche Botschafter in Prag, Herr Elfenkämper, öffentlich zu den deutsch-tschechischen Beziehungen äußert, handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht um seine private Meinung, sondern um die Position der deutschen Bundesregierung.
Das gilt auch für das Interview, das Botschafter Elfenkämper der Prager Zeitung gewährte (s. Ausgabe vom 5.7.2007).
Der Botschafter betont u.a., dass es auf der Grundlage der Gemeinsamen Erklärung vom Januar 1997 seitens der Bundesregierung keine Forderungen gegenüber der Tschechischen Republik geben kann. Bekanntlich hat sich schon Bundeskanzler Schröder in seiner Amtszeit kategorisch geweigert, die von bestimmten Vertriebenenorganisationen erhobenen Entschädigungsforderungen mit staatlichen Mitteln zu unterstützen, seine Nachfolgerin, Frau Merkel, hat offiziell die gleiche Position bezogen.
Herr Elfenkämper, von der Prager Zeitung nach den ?Hoffnungen auf sudetendeutscher Seite? befragt, antwortete ?Wir hoffen, dass ... ein Klima entsteht, in dem es vielleicht auch einmal zu weiteren Gesten und Schritten kommt und die Erwartungen, die bis heute bei bestimmten Kreisen der Bevölkerung bestehen, erfüllt werden?.
Wenn Herr Elfenkämper vorsichtig von ?Erwartungen bestimmter Kreise? spricht, meint er offensichtlich die Forderungen der Sudetendeutschen Landsmannschaft, die teilweise Inhalt ihrer Satzung sind (§ 2) und seit Jahrzehnten stereotyp vorgetragen werden:
- Aufhebung der Beneš-Dekrete
- Anerkennung des Heimatrechts (im Jahr 2000 vom Sprecher der Landsmannschaft, Herrn Böhm, als Recht zur ?Rückkehr in die Gefilde und in das Haus der Väter? definiert)
- Rückgabe des ?geraubten? Vermögens? oder Entschädigung.
Nimmt man die Äußerung des deutschen Diplomaten wörtlich, identifiziert er sich mit diesem Forderungskatalog. Er verzichtet zwar darauf, eine Erfüllung einzufordern, hofft aber, dass der Inhalt eines Tages Wirklichkeit wird. Sollte dies auch der Standpunkt der jetzigen Bundesregierung sein, muss man sich die Frage stellen, ob solche Positionen den deutsch-tschechischen Beziehungen nutzen und das Vertrauen der tschechischen Bevölkerung in die deutsche Politik erhöhen. Anders lesen sich die Worte der Präsidenten Rau und Kwasniewski in ihrer ?Danziger Erklärung? von 2003, wonach es heute keinen Raum mehr geben darf ?für Entschädigungsansprüche, für gegenseitige Schuldzu-weisungen und für das Aufrechnen der Verbrechen und Verluste.? Bundespräsident Köhler hat sich mit diesem Standpunkt ausdrücklich identifiziert. Er gab am ?Tag der Heimat? den Vertriebenen zu bedenken, ob nicht ?das Pochen auf Wiedergutmachung und auf Rechtspositionen mitunter den Weg versperrt, mit der Vergangenheit und mit sich selber Frieden zu machen. Denn vieles lässt sich eben nicht ?wiedergutmachen?, auch wenn es Unrecht war. Und manchmal ist es vielleicht am besten, das als Schicksal anzunehmen.?
ERINNERUNGEN
Rudolf Küchler
MAI 1945
Zum Beitrag ?Der Ausflug? von Günter Schreiber im INFORMATOR 3/07 sandte uns Herr Küchler folgende Zeilen:
Lieber Günter Schreiber,
zu deinen Erinnerungen aus den Jahren nach 1945 möchte ich auch meine Erlebnisse schildern, keinesfalls als ?Gegendarstellung?:
Ich wohnte 1945 in Prag, in der ulice Na bojišti. An der Ecke zur Sokolská stand das ?Ärztehaus?. Dort kamen Transporte mit den nach Hause zurückgekehrten Menschen aus den Konzentrationslagern an. Ich erinnere mich noch sehr gut an die ausgemergelten, ausgehungerten Gestalten. Während der Mai-Revolution gab es zunächst keine Aus-schreitungen gegen Deutsche. Erst als die Menschen die Rückkehrer aus den KZ sahen, ging es ordentlich los und auch so mancher unschuldige Deutsche wurde in den Strudel hineingezogen. Er wurde, vielleicht mehr vom tschechischen Straßenpöbel, geprügelt, getreten und umgerempelt.
Auch zu uns, die Hausbewohner versammelten sich damals im Keller, kam die RG (Revoluční Garda) und wollte meine nicht tschechisch sprechende Mutter und mich, mitnehmen. Da stellten sich die Hausbewohner dagegen und wir wurden in Ruhe gelassen.
Wir hatten im Haus eine deutsch-tschechische Familie, welche mit den Deutschen zusammengearbeitet hatte. Der Sohn Franzi war ein strammer Hitlerjunge. Er glaubte immer noch an den Sieg Hitlers und beteiligte sich aktiv am Geschehen, indem er vom Dach des Hauses auf die versammelten Tschechen schoss. Nicht lange, dann holten ihn die Hausbewohner vom Dach, verprügelten ihn ordentlich und übergaben ihn der Polizei. Er wurde später nach Terezín (Theresienstadt) in das jetzt tschechische Internierungs-lager geschickt, kam jedoch nach kurzer Zeit wieder nach Hause.
Nach Theresienstadt wurde auch mein Vater deportiert, allerdings von den Nazis. Als er mit den Transporten nicht nach Hause kam, hatten meine Mutter und ich große Sorgen. Was war geschehen?
So fuhr ich mit meinem Onkel, Vaters Bruder, nach Terezín. Da wegen der Seuchen-gefahr niemand in die Stadt durfte, kletterten wir durch den Stacheldraht. Wir fanden meinen Vater im Bett, bereits mit einem Leintuch zugedeckt und als gestorben markiert. Es dauerte nicht sehr lange und ein russischer Arzt hat uns entdeckt und wollte uns davonjagen. Als er merkte, dass es sich bei den "Toten" um meinen Vater handelte, deckte er ihn auf, untersuchte ihn und gab ihm eine Spritze. Davon wachte er auf und erkannte mich.
Wir mussten jetzt schleunigst Terezín verlassen. Es dauerte bis Ende Juni, dass sich mein Vater von seiner Typhuserkrankung erholte und nach Hause durfte. Was mir für immer unvergesslich bleibt, war ein sehr hoher Berg nackter, namenloser Toter die man später in einem Massengrab beerdigte.
Wer das erlebt und durchgemacht hat, wird wohl verstehen, dass man in der damaligen Zeit auf die Nazischergen nicht sehr gut zu sprechen war und so manches ?Fehlverhalten? der Tschechen, zumindest im Geiste, mitgetragen hat.
Lieber Günter, mir ist aus meiner mehrjährigen Zeit als Vorsitzender des Freundeskreises sehr gut bekannt, wie du deine Erlebnisse gegenüber unseren tschechischen Nachbarn ins Positive umgesetzt hast. Ich bin froh, dass wir solch ein Mitglied in unserem "Freundeskreis" haben. Wollen wir beide hoffen, dass weder wir noch unsere Nach-kommen jemals wieder solche Zeiten erleben müssen.
40 JAHRE STÄDTEPARTNERSCHAFT
Im ?Mimoňský zpravodaj?, dem Mitteilungsblatt der nordböhmischen Stadt Mimoň, erschien im September 2007 ein Beitrag zum vierzigjährigen Bestehen der Städte-partnerschaft mit der erzgebirgischen Stadt Oelsnitz als Abdruck eines Artikels aus dem Jahr 1987. Wir haben den Text geringfügig gekürzt, haben jedoch bewusst auf eine Bearbeitung verzichtet. Das geschah nicht aus irgendwelchen nostalgischen Beweggründen heraus. Es ging uns darum, wahrheitsgemäß zu zeigen, wie damals im Osten Deutschlands viele partnerschaftlichen Beziehungen zustande kamen und wie letztlich nicht die Anweisungen von ?oben?, sondern die Menschen dafür gesorgt haben, dass viele derartiger Beziehungen die Jahrzehnte und die politischen Veränderungen überdauert haben. Hier ist der Originaltext:
?In diesem Jahre sind es bereits 40 Jahre, dass wir freundschaftliche Beziehungen zur sächsischen Stadt Oelsnitz haben. Wie es dazu kam, kann man einem Beitrag des Lehrers Josef Šťastný entnehmen, den er bereits 1987, also zum 20. Jahrestag, verfasste:
Wie begann eigentlich diese Freundschaft, welche bis heute eine Reihe von interes-santen Besuchen und Aktionen, bzw. Erfahrungsaustauschen auslöste, die sich allmählich auf weitere Generationen auswirken? - Auf jeden Fall zufällig.
Im Laufe des Jahres 1967 kam zu mir eine Mitarbeiterin des Kreissekretariates des ČSM, ob wir nicht Beziehungen zu irgendeiner Schule in der DDR aufnehmen wollten. Letztendlich stimmten wir zu und es war dann die Rede von der Oberschule 5 in Oelsnitz. Eine Delegation des Jugendverbandes fuhr danach mit dem Auto nach Oelsnitz und vereinbarte das erste Treffen und wir erhielten die Einladung zum ersten Besuch. Die Genossin, welche uns das Vorhaben erläuterte, meinte, diese Stadt wäre nahe an der Grenze und läge im Elstergebirge und hieße Oelsnitz. Vertreter der Schule, so sagte sie weiter, würden uns an der Grenze mit einem Auto erwarten, nachmittags gegen fünf Uhr. Eine Delegation von fünf Personen. Abgemacht, fertig.
Also begaben wir uns am 8. März 1967 mit dem Schnellzug auf die Reise. Drei Vertreter der Pionierorganistion mit der Gruppenleiterin Blanka Budynská und der Schuldirektor. Gleichzeitig fiel mir die Funktion des Dolmetschers zu. Wir verließen den Schnellzug und besichtigten Franzensbad. Zeit war noch genug, bis wir dann mit dem Personenzug zur Grenze nach Vojtanov weiterfuhren. Vom Bahnhof gingen wir zu Fuß bis zu unserer Zollstation, wo gerade alle mit Spannung das Weltmeisterschaftsspiel im Eishockey ČSSR-UdSSR verfolgten. Ganz nebenbei gaben sie uns einen Stempel in unsere Papiere. Zu Fuß erreichten wir die Grenze und konnten sehen, wie uns zwei deutsche Grenzer von der Zollstation Schönberg aus mit Ferngläsern beobachteten. Was war das? Wo sich sonst Autobusse und Autos voller Touristen bewegten, marschierte jetzt eine Gruppe fröhlich singender Leute über die Grenze. Die Kontrolle geschah sehr schnell, als wir ihnen sagten, zu welchem Zweck wir dorthin wollten, und es entwickelte sich ein freundschaftliches Gespräch.
Nahe am Grenzposten standen bereits zwei Autos. Außer den Fahrern befanden sich bei ihnen der Direktor der Oelsnitzer Schule, Gerhard Bauer, und der Dolmetscher Günter Schreiber, der zu meiner Freude seine Aufgabe ausgezeichnet erfüllte. Nach der Vorstellung war die erste Frage, warum wir in Vojtanov und nicht in Zinnwald über die Grenze gegangen wären. Nun klärte sich alles auf: Es handelte sich bei unserem Ziel nicht um Oelsnitz im Elstergebirge, amtlich ?Oelsnitz im Vogtland?, sondern um die Stadt Oelsnitz im Erzgebirge. Diese ersten Minuten waren voller Heiterkeit auf beiden Seiten, das muss ich sicherlich nicht betonen. Dann fuhren wir hinter Bad Brambach bei Plauen auf die Autobahn und nach ungefähr 50 Kilometern gelangten wir in die ?richtige? Stadt Oelsnitz.
Dort begrüßte uns vor der Schule eine Pionierdelegation mit der Gruppenleiterin Ingrid Focke und Vertreter des Lehrerkollegiums. Wir übernachteten bei mehreren Familien und am Abend nahmen wir an der Feier des DFD[1] zum Internationalen Frauentag in einem schönen Kulturhaus teil. Dort begrüßten wir offiziell die im vollen Saal versammelten Bürger der Stadt. Das Kennenlernen, die Fragen und die Gespräche wollten kein Ende nehmen. Dort wurde dann auch von den Vertretern der SED und der Stadt der Wunsch geäußert, die Beziehungen nicht nur zwischen den Schulen, sondern auch zwischen den politischen Parteien und den Verwaltungen der Städte zu entwickeln. Diese Wünsche haben wir dann zu Hause übermittelt. Sie trafen in Mimoň auf großes Interesse.
Am nächsten Tag besuchten wir die Schule, machten uns mit allen Lehrern bekannt und besuchten verschiedene Klassen im Unterricht. Dann begleiteten wir eine der oberen Klassen auf einem Ausflug nach Tschopau, wo wir das Motorradwerk besichtigten und anschließend in der Werkskantine echten Eintopf probierten. Auf dem Rückweg besuchten wir auch die Augustusburg, wo sich ein Motorradmuseum befand. Am Abend fanden ein freundschaftliches Zusammensein mit den Lehrern der Schule und ein erster Erfahrungs-austausch statt. Am dritten Tag fuhren wir nach einem kurzen Aufenthalt in der Schule und nach der Vereinbarung eines Gegenbesuches in Mimoň mit dem Auto nach Karl-Marx-Stadt. Dort besichtigten wir das Stadtzentrum und fuhren über Dresden mit dem Zug zurück nach Hause, nach Mimoň. Es war am 10. März, an einem Donnerstagabend.
Unseren Besuch erwiderten unsere Partner vom 25. bis 28. April 1967. Ein weiteres gemeinsames Treffen fand vom 8.-11.September 1967 statt. So begann die Geschichte einer Freundschaft, die bis heute Bestand hat und auch in Zukunft haben wird.?
Anmerkung der Redaktion: Inzwischen hat die Stadt Oelsnitz auch partnerschaftliche Beziehungen zur tschechischen Stadt Chodov (Chodau) bei Karlovy Vary (Karlsbad) aufgenommen. Dort läuft z.Zt. eine Ausstellung über bergmännische Traditionen aus Oelsnitz.
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Redaktionsschluss für Heft 1/08 ist der 1. Februar 2008 |
RÜCKBLICKE
Jahreszeiten der Natur haben sowenig
eine Stunde Null wie die Zeitfolgen
der Geschichte.
Beider Zukunft ist schon in der Vergangenheit enthalten.
Niemand entgeht diesem Zusammenhang.
Deshalb erinnern wir uns.
Ein Geschichtsverständnis
muss weiter zurückreichen
als die eigene Biographie.
Richard von Weizsäcker
Vor 795 Jahren
.......... verlieh am 25.9.1212 der deutsche König und römische Kaiser
