Zum Gedenken an Herrn Luboš Hruška
NACHRUF
Miloslav Váchal
ZUM GEDENKEN AN HERRN LUBOŠ HRUŠKA
Am 1. Juli 2007 verstarb nach langer Krankheit Herr Oberst Luboš Hruška, Ehrenbürger der Stadt Pilsen, Träger des T.G. Masaryk-Ordens und Ritter des Ordens vom Großkreuz des Heiligen Silvester, Träger der Medaille der Vereinigung der Militär-Rehabilitierten usw.. Vor allem war er ein außergewöhnlicher Mensch, der Gründer des ?Meditations-gartens ? Denkmal für die Opfer des Bösen? in Pilsen-Doudlevce. Und er war Mitglied unseres Freundeskreises.
Am Montag, dem 9. Juli, nahm in Anwesenheit kirchlicher und weltlicher Würdenträger die Öffentlichkeit im Dom des Heiligen Bartholomäus in Pilsen Abschied von Luboš Hruška. Den Sarg trugen Soldaten der Armee der Tschechischen Republik. Die Trauerrede hielt ein langjähriger Freund Hruškas und ehemaliger Kaplan der Kirche Mariae Himmelfahrt, Pater Michal Pometlo. Die Heilige Messe zelebrierte der Bischof der Pilsener Diözese, František Radkovský. Mit innigen Worten verabschiedete sich auch Erzbischof Otčenášek, ein ehemaliger Mitgefangener von Luboš Hruška, von dem Verstorbenen, weiterhin auch die Vorsitzende der Konföderation der Politischen Gefangenen, Frau Nad?žda Kavalírová, sowie weitere Redner. Anschließend fand vor dem Dom der militärische Teil der Trauerfeier statt.
Herr Luboš Hruška wurde 1927 in Pilsen geboren. Seine Schulzeit wurde durch den Krieg unterbrochen. Nach dem Krieg beendete er die Mittelschule. Auf Wunsch seines Vaters nahm er das Studium an der Militärakademie in Hranice na Morav? auf. Während seines Studiums kam es zu grundlegenden politischen Veränderungen (die Machtergreifung durch die Kommunistische Partei), und der junge Oberst Hruška entschied sich im Jahr 1949 zur Emigration. Beim Versuch des Grenzübertritts wurde er verhaftet, danach zu 18 Jahren schweren Kerkers verurteilt. In zehn Jahren erduldete er eine ganze Reihe von Gefängnissen, unter anderem Leopoldov, Špilberk und das Arbeitslager Bytíz bei Příbram, wo er im Uranbergwerk arbeitete. Er und seine Mitgefangenen waren vielen Quälereien durch die Bewacher ausgesetzt. Während der Haft wurde er ein gläubiger Christ, der sich selbst und Gott das Versprechen gab, dass er, wenn er lebend aus dieser Hölle herauskäme, im Obstgarten seines Vaters ein Denkmal für die Opfer des Kommunismus in Form eines Kreuzwegs errichten würde.
Bald nach seiner Entlassung begann er, seine Idee zu verwirklichen, was in der damaligen Zeit mit großen Schwierigkeiten verbunden war. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Arbeiter erwarb er im botanischen Garten von Průhonice die nötigen gärtnerischen Kenntnisse. Für seine Idee gewann er den Akademischen Bildhauer Roman Podrázský, der kostenlos zwölf originale Sandsteinplastiken für die vierzehn Stationen des Kreuzweges schuf. Den Transport der Quader von Hořice nach Pilsen finanzierte Luboš Hruška aus seinem Einkommen als Arbeiter. Die Statuen wurden in den Jahren 1987 bis 1991 im Garten installiert.
Nach der samtenen Revolution waren die Bedingungen für die Fertigstellung des Denkmals wesentlich günstiger. Der Höhepunkt des Werkes war die Errichtung einer Kapelle im Areal des Meditationsgartens nach dem Entwurf der Architekten Soukup und Opl. Die Kapelle wurde dem Heiligen Maximilian Kolbe gewidmet ? einem Priester, der im nazistischen Konzentrationslager freiwillig sein Leben für das Überleben eines Vaters von drei Kindern geopfert hat.
Im Jahr 1995 übergab Luboš Hruška das gesamte Areal in die Hände des Bistums Pilsen. Der Meditationsgarten wurde seit dieser Zeit zum Ziel Tausender Besucher, die hier ? neben Erbauung und Meditation über den ewigen Streit zwischen Gut und Böse ? das Schicksal des außergewöhnlichen Menschen Luboš Hruška kennen lernten. Ehre seinem Angedenken!
Der Text wurde unter Nutzung von Presseartikeln verfasst, von der Tochter des Verstorbenen autorisiert und in der deutschen Fassung redaktionell geringfügig gekürzt.
Übersetzung: Běla Böttcherová
